Zahlreiche Führungskräfte von Unternehmen im Raum Mainfranken nahmen an der Veranstaltung teil (Foto: THWS/Rodolfo Cacacho)
Das Team von DIG:IT-KMU bei der 10. Fachkräftekonferenz Mainfranken in Würzburg (Foto: THWS/Rodolfo Cacacho)
Im Anschluss blieb beim Networking Zeit für persönliche Gespräche und neue Kontakte (Foto: THWS/Rodolfo Cacacho)
DIG:IT-KMU im Austauch mit Fachkräften – Einsatz von KI in Unternehmen
Am 6. Oktober 2026 fand in der Akademie für Unternehmensführung der HWK Unterfranken in Würzburg die 10. Fachkräftekonferenz der Allianz für Fachkräfte Mainfranken statt. Unter dem Motto „Von KI bis Kultur: Was Unternehmen jetzt wirklich brauchen“ ging es um Fachkräftesicherung, Unternehmenskultur und den Einsatz von KI im Betrieb, unter anderem mit einem Praxisbeispiel aus dem Handwerk.
Für DIG:IT-KMU stand der Austausch im Mittelpunkt. Mit mehreren Unternehmen aus der Region sprach das Team darüber, wo im Betriebsalltag Zeit verloren geht und wie ein KI-Prototyp konkret helfen kann. Im Anschluss konnte das Team mit den übrigen Teilnehmenden ins Gespräch kommen und weitere Kontakte knüpfen.
„Viele Unternehmen wollen KI genau dort einsetzen, wo Fachkräfte fehlen: Wissen sichern und Mitarbeitende entlasten“, schätzt Rodolfo Cacacho Estrada, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt DIG:IT-KMU, die Zukunft von KI in Unternehmen ein.
KMU mit einem konkreten Anwendungsfall können sich jederzeit kostenfrei an das Team wenden.
Prof. Dr. Andreas Schiffler (li.) geht gemeinsam mit Polizei-Oberrat Marcus Schmidt in Schweinfurt auf Streife (Foto: Marcus Schmidt)
Verabschiedung im Polizeipräsidium Würzburg: Stefan Weis (6. v. li.), Polizeipräsident Unterfranken, Prof. Dr. Andreas Schiffler (vorn, 7. v. li.) und die Teams der Projektgruppe Kriminalitätsbekämpfung, des KI-Office und des Kommissariats K11/Cybercrime Aschaffenburg (Foto: Polizeipräsidium Unterfranken/Andrea Hanakam)
Prof. Dr. Andreas Schiffler stellt seine Ergebnisse bei einem Workshop im Polizeipräsidium Würzburg vor (Foto: Polizeipräsidium Unterfranken/Oliver Weidel)
Praxissemester beim Kommissariat für Cybercrime in Aschaffenburg – Ergebnisse für ganz Bayern relevant
Eine Premiere für die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) ebenso wie für die unterfränkische Polizei: Prof. Dr. Andreas Schiffler, Forschungsprofessor am Institut für Digital Engineering der THWS, hat ein Praxissemester beim Polizeipräsidium Unterfranken verbracht. Sechs Monate lang setzte er sein Wissen auf den Gebieten künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung ein, um die täglichen Arbeitsabläufe der Polizei zu optimieren – damit die Polizei weniger Zeit mit Verwaltung und mehr Zeit mit ihren Kernaufgaben verbringen kann.
Von Mitte März bis Ende September unterstützte Prof. Dr. Schiffler insbesondere die Bestandsdaten-Dienste bei der Optimierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie moderne Technologien und KI den polizeilichen Arbeitsalltag erleichtern können. „Der Austausch mit Andreas Schiffler und sein fachliches Know-how zum KI-Einsatz haben nicht nur die Bestandsdaten-Dienste und das Polizeipräsidium Unterfranken insgesamt, sondern auch jeden Einzelnen von uns deutlich vorangebracht“, fasste Kriminalhauptmeister Christopher Sapp vom Kommissariat Cybercrime Aschaffenburg die gemeinsame Zeit zusammen.
Wissenschaft trifft polizeiliche Praxis
Welcher Mehrwert dabei entsteht, zeigen die während des Praxissemesters erarbeiteten Lösungen, die im Rahmen der Verabschiedung präsentiert wurden. Das Kommissariat für Cybercrime beschäftigt sich nicht nur mit Cyberverbrechen wie beispielsweise der Erpressung von Unternehmen. Die Abteilung ist außerdem Dienstleister für Polizeidienststellen in ganz Unterfranken, wenn es darum geht, Anfragen bei Anbietern digitaler Dienste wie Paypal, Apple, Google oder Meta zu stellen. Diese sogenannten Bestandsdatenauskünfte dienen dazu, z. B. bei Betrugsdelikten die Identitäten von Personen anhand von IP-Adressen, Telefonnummern oder Geräte-Seriennummern zu ermitteln. Jeden Monat werden so im Durchschnitt 750 Anfragen bearbeitet und landen auf den Schreibtischen der Sachbearbeiter.
Das Problem: Die Informationen, die zurückgemeldet werden, kommen je nach Anbieter in ganz unterschiedlichen Formaten an. Mit der Software-Lösung von Prof. Dr. Schiffler werden die erhaltenen Daten nun automatisch übersichtlich aufbereitet. „Am Ende muss eine Information rauskommen, die gerichtsfest und anhand der Daten belegbar ist“, betont Prof. Dr. Schiffler. Die neu eingeführte Umgebung zur automatisierten Datenverarbeitung wird nicht nur für die Auskünfte der Onlinedienste verwendet, sondern auch für die Verarbeitung von Emails, die neben den täglichen Kernprozessen in der Polizeiarbeit entstehen.
So werden beispielsweise die erstellten Rechnungen seitens der Anbieter digitaler Dienste ebenfalls automatisch verarbeitet. Dank eines optimierten Prozesses können nun alle Vorgänge zeitlich effizienter zugeordnet werden. Auch die weitere Bearbeitung der Rechnungen, inklusive Versand von PDF-Anhängen, läuft automatisiert ab. Der Arbeitsaufwand ist enorm, „denn die Anzahl an Anfragen bedeutet nochmal dieselbe Anzahl an Rechnungen“, erläutert Prof. Dr. Schiffler. Das Emailpostfach sei immer gut gefüllt.
Austausch wird fortgesetzt
Für Prof. Dr. Schiffler bedeutete das Praxissemester, ein halbes Jahr lang den Schreibtisch an der THWS in Schweinfurt mit einem Schreibtisch im Aschaffenburger Kommissariat zu tauschen und während dieser Zeit auch nicht im Hörsaal vor Studierenden zu stehen. „Mein typischer Arbeitstag hat aber – wie sonst auch – am Computer stattgefunden. Doch einmal war ich in Schweinfurt mit der Streife unterwegs, am Wochenende in der Nachtschicht.“ So konnte er live erleben, wie die Daten aufgenommen werden, die letztendlich im System der Polizei landen.
Ein Praxissemester einzulegen, steht generell allen Professorinnen und Professoren an der THWS offen, um einerseits die eigenen Kenntnisse aktuell zu halten und andererseits den Transfer ihres Wissens in Industrie, Gesellschaft oder öffentliche Verwaltung zu ermöglichen. In den meisten Fällen finden Praxissemester bei regionalen Kooperationsunternehmen statt. Doch die THWS und das Polizeipräsidium Unterfranken stehen bereits seit vier Jahren in regem Austausch miteinander. Gestartet wurde die Kooperation durch Prof. Dr. Bastian Engelmann von der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen und Polizei-Oberrat Marcus Schmidt von der Schweinfurter Polizei. Sie organisierten studentische Arbeiten, deren Ergebnisse bis heute verwendet und weiterentwickelt werden.
Prof. Dr. Engelmann und Prof. Dr. Schiffler leiten aktuell das Projekt Datenintelligenz in der IT für kleine und mittelständische Unternehmen, kurz DIG:IT-KMU, in dessen Rahmen auch dieses Praxissemester stattfand. Das Projekt unterstützt sowohl Unternehmen wie auch Behörden bei den Herausforderungen durch sich rasch entwickelnde KI-Technologien. Während seines Praxissemesters sorgte Prof. Dr. Schiffler nicht nur für die Optimierung von Arbeitsabläufen, sondern gab auch eine Fortbildung zu künstlicher Intelligenz, die für künftige Mitarbeitende über das Intranet der Polizei verfügbar sein wird. Den größten Einfluss auf die tägliche Polizeiarbeit haben aber die neuen Arbeitsabläufe – sie sollen bis Ende 2027 in ganz Bayern ausgerollt werden.
Gemeinsamer Auftritt von DIG:IT-KMU und transform.RMF beim Fördermittel-Informationstag 2026 der IHK Würzburg-Schweinfurt – rechts im Bild ist das interaktive KI-Pictionary zu sehen (Foto: THWS/Ilija Vroljak)
THWS-Transferprojekte beim Fördermittel-Informationstag 2026 in Würzburg – Veranstalter IHK Würzburg-Schweinfurt
Beim Fördermittel-Informationstag 2026 der IHK Würzburg-Schweinfurt unter dem Motto „Ihr Wegweiser zu finanzieller Unterstützung“, ist die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit gleich zwei Projekten vertreten gewesen. Die beiden Transferprojekte DIG:IT-KMU und transform.RMF gehörten zu den rund 70 Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen und Institutionen, die an Ständen, bei Impulsvorträgen oder thematischen Panels über Fördermöglichkeiten sowie rund um Innovation und Digitalisierung informierten.
Ziel des gemeinsamen Auftritts war es, mit Unternehmen aus der Region ins Gespräch zu kommen und konkrete Bedarfe kennenzulernen, wenn es um den Einsatz moderner Technologien geht. DIG:IT-KMU hat hierbei den Schwerpunkt Digitalisierung und künstliche Intelligenz, transform.RMF konzentriert sich auf Qualifizierung, Robotik und Technologietransfer. denen die Schülerinnen und Schüler direkt ausprobieren konnten, was moderne Technik tatsächlich leisten kann.
Interaktive Stationen aus laufenden Forschungsprojekten Arbeitsalltag
Projekt DIG:IT-KMU zeigte an seinem Stand ganz praktisch, was heute schon möglich ist. Im Mittelpunkt stand das interaktive KI-Pictionary: Die Gäste zeichneten einen Begriff, den eine lokal betriebene KI in Echtzeit zu erraten versuchte. So wurde anschaulich sichtbar, dass künstliche Intelligenz nicht zwingend in der Cloud laufen muss. Mit lokal betriebenen Modellen lassen sich konkrete Anwendungsfälle direkt im Unternehmen umsetzen, ohne dass sensible Daten das Haus verlassen. Genau dieser Ansatz steht im Mittelpunkt der Arbeit von DIG:IT-KMU.
transform.RMF war mit einer Projektpräsentation und einem TicTacToe-Demonstrator vertreten, der auf spielerische Weise zeigte, wie Computer Vision und Robotik zusammenwirken. Ein Roboter tritt dabei im klassischen TicTacToe-Spiel gegen die Besucherinnen und Besucher an: Eine Kamera erkennt die Spielzüge auf dem Spielfeld, LEDs visualisieren den Spielverlauf, und der Roboter reagiert darauf mit eigenen Zügen. So konnten Gäste direkt erleben, wie Maschinen Bilder auswerten, Entscheidungen treffen und wie solche Technologien sich auf einfache, intuitive Weise in Interaktionen und mögliche Anwendungen im Unternehmensalltag übersetzen lassen.
„Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es wichtig zu sehen, dass KI nicht kompliziert oder abstrakt sein muss“, sagt Rodolfo Cacacho Estrada, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt DIG:IT-KMU. „Mit unserem Demonstrator zeigen wir, dass sich KI lokal im Unternehmen betreiben und für ganz konkrete Anwendungsfälle nutzen lässt.“ Für Vladyslav Borysenko, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt DIG:IT-KMU, war es schön zu sehen, „wie neugierig die Besucherinnen und Besucher am Stand waren. Aus vielen dieser Gespräche haben sich vielversprechende Kontakte für eine mögliche Zusammenarbeit ergeben.“
Kleine und mittlere Unternehmen mit Fragen zur Digitalisierung, zum Einsatz von KI oder zum Technologietransfer können sich jederzeit an die Teams der THWS-Transferprojekte wenden, beispielsweise mit einem konkreten Anwendungsfall aus dem eigenen Betrieb.
Eine Lehrerin nimmt selbst an der Station „Spin to Win“ teil: Eine Kamera erfasst die Bewegung, daraus wird die so erzeugte Energiemenge berechnet (Foto: THWS/Bastian Engelmann)
Klasse der Schweinfurter Wilhelm-Sattler-Realschule beim kleinen Tag der Wissenschaft an der THWS zu Gast
Wie spielt ein Roboter TicTacToe und was passiert, wenn künstliche Intelligenz die eigene Zeichnung erraten soll? Antworten auf solche Fragen haben 26 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Wilhelm-Sattler-Realschule Schweinfurt bekommen. Sie nahmen an einem kleinen Tag der Wissenschaft am Institut für Digital Engineering (IDEE) und dem Institut für Nachhaltige Energiesysteme (INSYS) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) teil.
Aufgeteilt in Gruppen durchliefen die Jugendlichen vier interaktive Stationen, die aus verschiedenen laufenden Forschungsprojekten der beiden Institute stammen, darunter DIG:IT-KMU, enefit und transform.RMF. Ziel war es, Technologie nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen durch Spiele und reale Anwendungen, an denen die Schülerinnen und Schüler direkt ausprobieren konnten, was moderne Technik tatsächlich leisten kann.
Interaktive Stationen aus laufenden Forschungsprojekten Arbeitsalltag
Bei der Station „Pictionary mit KI“ zeichneten die Jugendlichen Begriffe, die eine künstliche Intelligenz erkennen und erraten musste. An einer weiteren Station ging es um Energie: Die Teilnehmenden bewegten ihre Arme, während eine Kamera die Bewegungen erfasste und daraus die erzeugte Energiemenge berechnete. Außerdem konnten die Schülerinnen und Schüler gegen einen TicTacToe-Roboter antreten und bei einer Vorführung zum 3D-Druck einen Einblick in die Herstellung und Nachbearbeitung von Prototypen gewinnen.
Zusätzlich gab es für die Gruppen einen Rundgang durch die Räumlichkeiten der beiden Institute. Das rund einstündige Programm kam bei den Schülerinnen und Schülern gut an und gibt für die zukünftige Berufswahl neue Impulse. „Mit solchen Formaten wollen wir den Schülerinnen und Schülern einen echten Einblick in unsere Projekte geben“, sagt Rodolfo Cacacho, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt DIG:IT-KMU. „Wir möchten ihre Neugier wecken und Interesse für Wissenschaft, Technik und künstliche Intelligenz schaffen, denn genau dort liegen viele spannende Zukunftsperspektiven.“
Schematische Darstellung des KI-gestützten Wissensassistenten: Er liefert Antworten aus dem Firmenwissen in mehreren Sprachen – hier dieselbe Anfrage auf Deutsch und Ukrainisch, jeweils mit Quellenangabe (Grafik: THWS/Vladyslav Borysenko)
Technologietransfer-Projekt bringt KI-gestütztes Wissensmanagement in den fränkischen Mittelstand
In Familienunternehmen, die seit Jahrzehnten bestehen, steckt enormes Wissen – in Dokumenten, Prozessbeschreibungen und vor allem in den Köpfen erfahrener Mitarbeitender. Wie kann dieses Wissen schnell auffindbar gemacht und bewahrt werden, wenn Mitarbeitende das Unternehmen verlassen? Dafür hat das Technologietransfer-Projekt DIG:IT-KMU der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gemeinsam mit der MÜNCH GmbH einen auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Chatbot entwickelt.
Grundlage war die firmeneigene Wissensdatenbank des seit 1947 inhabergeführten Familienunternehmens auf Basis von TikiWiki, einem Open-Source-System. Das auf Metallverarbeitung spezialisierte Unternehmen aus dem unterfränkischen Karlstadt nutzt diese Datenbank für sein internes Wissensmanagement. In dem Chatbot können Mitarbeitende ihre Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten verständliche Antworten direkt aus dem Firmenwissen. So müssen sie nicht mehr im Gedächtnis haben, wo genau die gesuchte Information abgelegt ist.
„Gerade im Mittelstand ist das über Jahre gewachsene Erfahrungswissen ein echter Wettbewerbsfaktor und muss im Unternehmen bestmöglich zugänglich gemacht werden“, so Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann, Projektleiter DIG:IT-KMU. „Dieser Anwendungsfall steht beispielhaft für den Ansatz von DIG:IT-KMU: Wir machen solches Wissen mit KI zugänglich und überführen die Technologie direkt in die betriebliche Praxis.“tand abweicht, ohne dass Messwerte manuell ausgewertet werden müssen.
Ein Assistent für den Arbeitsalltag
Der Nutzen zeigt sich vor allem im Alltag. Wer etwas nachschlagen möchte, muss nicht erst wissen, in welchem Dokument oder Bereich des Wikis die Antwort steht. Eine Frage in Alltagssprache genügt, und der Assistent liefert die passende Auskunft samt Quellenverweis. Gerade in der Einarbeitung ist das praktisch, weil neue Mitarbeitende und Auszubildende sich vieles direkt selbst erschließen können, während das über Jahre gewachsene Erfahrungswissen für alle abrufbar bleibt. Und nicht nur bei Prozessfragen hilft der Chatbot weiter: Auch interne Neuigkeiten oder anstehende Termine lassen sich auf Zuruf finden.
Besonders im Qualitätsmanagement bietet sich der Einsatz an. Die MÜNCH GmbH ist nach ISO 9001:2015 und EN 1090-1/-2 EXC3 zertifiziert. Bei Audits und in der täglichen Qualitätssicherung kann der Assistent die passende Arbeits- oder Prozessanweisung in Sekunden auffinden, statt sie in einer umfangreichen Dokumentation zu suchen.
Eine weitere Stärke liegt in der Mehrsprachigkeit. Der Assistent beantwortet dieselbe Frage auf Wunsch auch in anderen Sprachen. Für Mitarbeitende, die im Alltag sicher Deutsch sprechen, sich mit Fachjargon aber schwertun, kann das den Zugang zum Firmenwissen spürbar erleichtern: „Mehrsprachigkeit ist für solche Modelle technisch keine große Sache. Für mich als Ukrainer zählt etwas anderes: Viele kommen zum Arbeiten nach Deutschland und meistern den Alltag, scheitern aber an Fachbegriffen und Behördensprache“, erklärt Vladyslav Borysenko, wissenschaftlicher Mitarbeiter von DIG:IT-KMU. „Der Assistent übersetzt nicht nur, er erklärt auf Wunsch einfacher, und das hilft im Job mehr, als man denkt.“
Seit Ende 2025 ist der Assistent im praktischen Betrieb erprobt – ein konkreter Schritt für die MÜNCH GmbH, ihr über Jahrzehnte gewachsenes Wissen dauerhaft verfügbar zu halten.
Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz liegen die Analyseergebnisse in maximal 20 Sekunden vor (Illustration, KI-generiert: THWS/Wilhelm Markus)
Transferprojekt DIG:IT-KMU arbeitet mit Fertig Motors GmbH aus Marktheidenfeld zusammen
Gemeinsam mit dem Projekt DIG:IT-KMU der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat die Fertig Motors GmbH aus Marktheidenfeld eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Lösung entwickelt, um fehlerhafte Elektromotoren automatisch am Prüfstand zu erkennen.
Ein fehlerhafter Elektromotor, der unentdeckt die Fertigung verlässt, kann im Einsatz kostspielige Folgeschäden verursachen. Deshalb entwickelte die Fertig Motors GmbH gemeinsam mit dem Technologietransferprojekt DIG:IT-KMU eine Lösung, die genau das absichert: Ein KI-System analysiert jeden Motor automatisch am Prüfstand und schlägt Alarm, sobald das Verhalten vom Normalzustand abweicht, ohne dass Messwerte manuell ausgewertet werden müssen.
Was Messdaten über einen Motor verraten
Elektromotoren erzeugen beim Betrieb charakteristische Messmuster, ähnlich einem Fingerabdruck, der für jede Motorvariante typisch ist. Weicht dieses Muster merklich ab, deutet das auf einen Fehler hin. Die entwickelte Lösung wertet genau diese Muster aus. Sie zerlegt das gemessene Signal in seine einzelnen Bestandteile, vergleichbar damit, wie man aus einem Gesamtgeräusch die einzelnen Instrumente eines Orchesters herausfiltern kann. Was für das menschliche Auge nur eine Kurve auf dem Bildschirm wäre, wird für die KI zu einer präzise lesbaren Signatur.
Als KI-Verfahren kommt dabei ein Algorithmus zum Einsatz, der ohne vorherige Beispiele fehlerhafter Motoren auskommt. Die KI lernt selbstständig, was ein normaler Motor ist, und erkennt Ausreißer automatisch. Das ist besonders wertvoll, wenn, wie in der Praxis häufig, kaum dokumentierte Fehlfälle vorliegen.
Direkt am Prüfstand: Integration in die laufende Fertigung
Die Lösung ist als eigenständiges Anwendungsprogramm direkt auf dem Prüfstand der Fertig Motors GmbH installiert und läuft vollständig im unternehmenseigenen Netzwerk, ohne externe Datenübertragung. Die Anbindung an den Prüfstand erfolgt über eine standardisierte industrielle Datenschnittstelle. Eine zentrale Anforderung an die Lösung war, dass das Analyseergebnis innerhalb von 10 bis 20 Sekunden vorliegen muss, um den laufenden Fertigungsablauf nicht zu beeinträchtigen.
Im Projektverlauf wurde der Technologie-Reifegrad 7 auf einer Skala von 1 bis 9 erreicht – das bedeutet, der Prototyp wurde nicht nur entwickelt und getestet, sondern auch erfolgreich in der operativen Betriebsumgebung der Fertig Motors GmbH eingesetzt. Ein realer Datensatz des Unternehmens wurde analysiert, die Software zur Anomalie-Erkennung auf dieser Grundlage entwickelt und anschließend direkt im Unternehmen produktiv integriert. Damit ist die Lösung bereits einen bedeutenden Schritt näher an der vollständigen Einsatzreife als viele Forschungsprototypen.
„Die automatische Auswertung ist eine echte Erleichterung im Alltag, sie spart Zeit und gibt uns eine zusätzliche Stütze in der Qualitätskontrolle“, betont Stefan Dorn, Leitung Entwicklung der Fertig Motors GmbH. „Der Anwendungsfall bei Fertig Motors zeigt, wie KI-Methoden aus der Forschung direkt in die Fertigung übertragen werden können, ohne großen Infrastrukturaufwand und mit messbarem Mehrwert für die Qualitätssicherung“, sagt Silvio Lang, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der THWS, der beim Projekt DIG:IT-KMU tätig ist.
>_ DIG:IT-KMU diskutiert Anwendungsfälle – Interessierte Unternehmen können jederzeit teilnehmen
Teilnehmende Unternehmen und THWS-Team beim 1. Netzwerktreffen von DIG:IT-KMU am Campus Ledward in Schweinfurt (Foto: THWS/Markus Wilhelm)
Wenn Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Softwarebranche, dem 3D-Druck und dem öffentlichen Sektor an einem Tisch sitzen und über künstliche Intelligenz (KI) sprechen, entsteht etwas Besonderes: Ein ehrlicher Blick auf das, was KI heute in der Praxis leisten kann. Genau das stand im Mittelpunkt des ersten Netzwerktreffens von DIG:IT-KMU an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS).
DIG:IT-KMU ist ein Technologietransferprojekt der THWS, das kleine und mittlere Unternehmen aus der Region dabei unterstützt, künstliche Intelligenz gezielt in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Gut ein halbes Jahr nach dem offiziellen Projektstart kamen die Partnerunternehmen und das THWS-Projektteam zusammen, um erste Ergebnisse zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren. Fünf Anwendungsfälle standen im Mittelpunkt, jeder davon entstanden aus einer konkreten Herausforderung im Unternehmensalltag und ein Beispiel dafür, wie sich digitale Technologien gezielt und praxisnah einsetzen lassen.hen KI-Lösungen für Bereiche wie Produktion und Lagerbestand ein. Das entwickelte System basiert auf TikiWiki, einem Open-Source-Content-Management-System für internes Wissensmanagement, und ermöglicht es Mitarbeitenden, Inhalte per einfacher Texteingabe in natürlicher Sprache zu durchsuchen und abzurufen.
Von der Idee zum laufenden System
Die vorgestellten Projekte zeigen eine große Bandbreite: Ein Unternehmen aus der Fertigung von Elektromotoren setzt heute ein KI-System ein, das Auffälligkeiten an Prüfständen automatisch erkennt und meldet – bevor ein Fehler sichtbar wird. Ein Anbieter von 3D-Druckdienstleistungen prüft eingehende Modelle nun automatisch auf ihre Druckbarkeit, was den Prüfprozess beschleunigt und die Kommunikation mit Kunden vereinfacht.
Ein Softwareunternehmen extrahiert relevante Produktdaten vollautomatisch aus technischen Datenblättern, die zuvor mühsam von Hand übertragen werden mussten. Ein Hersteller hydraulischer Komponenten ermöglicht seinen Mitarbeitenden, tausende Konstruktionszeichnungen per intelligenter Suche sekundenschnell zu finden. Und ein mittelständisches Unternehmen hat sein internes Wiki mit einem KI-Chatbot erschlossen, sodass Mitarbeitende auf Unternehmenswissen zugreifen können, ohne wissen zu müssen, wo es abgelegt ist. Was diese Fälle verbindet: Sie alle sind nicht im Labor entstanden, sondern in enger Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und dem Forschungsteam der THWS – mit dem Ziel, Lösungen zu entwickeln, die im Betrieb wirklich funktionieren.
Praxiserfahrung aus der Industrie
Den fachlichen Rahmen des Abends setzte Alexander Butz, Head of Business Line Data Solutions bei der M&M Software GmbH. Auf Basis von über 39 Jahren Unternehmensgeschichte und mehr als 2.600 umgesetzten Kundenprojekten gab er Einblick in das, was KI-Projekte in der Praxis zum Erfolg oder zum Scheitern bringt. Seine Botschaft war klar: Nicht die neueste Technologie entscheidet, sondern die Qualität der Daten, die Einbindung der Menschen und ein iterativer Weg vom kleinen Piloten zur skalierbaren Lösung. „Kontext schlägt Modellwahl – Technik allein schafft noch keinen Mehrwert“, betonte Alexander Butz.
Im Gespräch nach den Präsentationen zeigte sich, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen den Beteiligten ist. „Es war besonders wertvoll zu sehen, wie unterschiedlich die Herausforderungen der einzelnen Unternehmen sind – und gleichzeitig, wie viel man voneinander lernen kann. Genau dafür ist dieses Netzwerk da“, resümierte Vladyslav Borysenko, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der THWS und Teil des Projektteams. Und Rodolfo Cacacho, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter an der THWS, ergänzte: „Die präsentierten Prototypen laufen heute in echten Produktionsumgebungen – genau das war unser Anspruch von Anfang an.“
>_ DIG:IT-KMU und Projektpartner Clye GmbH entwickeln praxistaugliche Lösung
Wissensmanagement per Spracheingabe: Ein Chatbot sorgt mittels künstlicher Intelligenz für eine leistungsfähige und nutzerfreundliche Lösung (Illustration: THWS/Vladyslav Borysenko)
Technologietransferprojekt an der THWS setzt auf künstliche Intelligenz
Internes Wissensmanagement wird für Unternehmen immer wichtiger: Um dafür eine nutzerfreundliche und datenschutzkonforme Lösung anzubieten, hat das Technologietransferprojekt DIG:IT-KMU der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gemeinsam mit der unterfränkischen Clye GmbH einen Chatbot entwickelt, der auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert. Wie gut der Chatbot funktioniert, wurde bereits mit einem weiteren Projektpartner, der Münch GmbH, erfolgreich getestet. „Dieser Anwendungsfall steht beispielhaft für den Ansatz von DIG:IT-KMU: Technologie nicht im Labor entwickeln, sondern gemeinsam mit Unternehmen direkt in die Praxis überführen“, sagt Prof. Dr. Andreas Schiffler, Leiter des Instituts für Digital Engineering (IDEE) an der THWS.
Wichtige Informationen im firmeninternen Wiki zu finden, kostet oft wertvolle Zeit. Das soll der gemeinsam von DIG:IT-KMU und Clye GmbH entwickelte Chatbot ändern. Die Clye GmbH bringt dabei ihre Expertise in der Optimierung manueller Prozesse sowie in praxistauglichen KI-Lösungen für Bereiche wie Produktion und Lagerbestand ein. Das entwickelte System basiert auf TikiWiki, einem Open-Source-Content-Management-System für internes Wissensmanagement, und ermöglicht es Mitarbeitenden, Inhalte per einfacher Texteingabe in natürlicher Sprache zu durchsuchen und abzurufen.
KI-Schnittstelle als Schlüsseltechnologie
Das Herzstück der Lösung ist ein sogenannter MCP-Server (Model Context Protocol), eine intelligente Schnittstelle, die den Inhalt der TikiWiki-Datenbank automatisch extrahiert, in durchsuchbare Einheiten aufbereitet und aktuell hält, inklusive Bildern und Prozessdiagrammen. Ergänzt wird dies durch eine RAG-Komponente (Retrieval-Augmented Generation): Die KI sucht zunächst passende Inhalte und nutzt diese als Grundlage für ihre Antwort.
Die gesamte Infrastruktur wird auf Servern in der EU betrieben, sodass sensible Daten zu keinem Zeitpunkt Europa verlassen. Die Lösung erfüllt damit die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), ohne auf die Leistungsfähigkeit kommerzieller KI-Modelle verzichten zu müssen. Für Unternehmen, die weder über die Ressourcen für eine lokale KI-Infrastruktur verfügen noch Daten an außereuropäische Anbieter übermitteln möchten, bietet dieser Ansatz einen pragmatischen Mittelweg: volle Leistung bei EU-konformem Datenschutz.
Die Lösung wurde bereits erfolgreich in einer realen Unternehmensumgebung validiert. Als Testumgebung diente das TikiWiki der Münch GmbH: Der MCP-Server wurde mit dem echten Datenbestand des Unternehmens erprobt und validiert. Anforderungen aus Belegschaft und Geschäftsführung wurden durch Studierende der THWS erhoben und in die Entwicklung der Benutzeroberfläche eingebracht. Der modulare Aufbau macht die Lösung zur wiederverwendbaren Blaupause für weitere Unternehmen, die ebenfalls TikiWiki einsetzen.
„Das gemeinsame Projekt mit DIG:IT-KMU hat gezeigt, wie KI-Technologie ohne große IT-Infrastruktur sinnvoll in den Geschäftsalltag integriert werden kann. Dass wir die Lösung direkt an der Unternehmensumgebung der Münch GmbH erproben konnten, war für die Weiterentwicklung entscheidend“, betont Celal Kengel, Geschäftsführer der Clye GmbH.
>_ DIG:IT-KMU entwickelt intelligente Datenextraktion für Sicherheitsdatenblätter
Dieses Schaubild verdeutlicht die intelligente Datenextraktion für Sicherheitsdatenblätter, die das Projekt DIG:IT-KMU der THWS mit der GeSi Software GmbH entwickelt hat (Grafik KI-generiert: THWS/Silvio Lang)
THWS und GeSI Software GmbH arbeiten an der Verbesserung der Datenqualität für Gefahrenstoffmanagement in Unternehmen
Sicherheitsdatenblätter sind das Rückgrat des betrieblichen Gefahrstoffmanagements: Sie enthalten kritische Informationen über Gefahrstoffe und müssen von Unternehmen sorgfältig ausgewertet werden. Bisher geschieht das meist aufwendig per Hand oder mit relativ fehleranfälligen regelbasierten Systemen. Im Rahmen des Technologietransferprojekts DIG:IT-KMU arbeitet die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gemeinsam mit der GeSi Software GmbH daran, diesen Prozess mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) grundlegend zu verbessern.
Vom Regelwerk zur intelligenten Extraktion
Die GeSi Software GmbH bietet Software für das Gefahrenstoffmanagement in Unternehmen verschiedenster Branchen an. Ihre Kunden erhalten Sicherheitsdatenblätter von Lieferanten, Dokumente mit kritischen Informationen zu Gefahrenstoffen, die für das betriebliche Gefahrenstoffmanagement ausgewertet werden müssen. „Die automatische Verarbeitung dieser Dokumente war bislang fehleranfällig und zog einen erheblichen manuellen Nachbesserungsaufwand nach sich“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann von DIG:IT-KMU.
Das Ziel des gemeinsamen Anwendungsfalls bei DIG:IT-KMU ist klar: Eine KI-gestützte Lösung soll die Datenextraktion präziser, flexibler und zuverlässiger machen, insbesondere bei stark variierenden Dokumentenlayouts, wo regelbasierte Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Im Projektverlauf sei ein funktionsfähiger Prototyp entwickelt und erfolgreich in einer praxisnahen Umgebung erprobt worden, so Prof. Dr.-Ing. Engelmann. Damit sei das sogenannte „Technology Readiness Level 5 (TLR 5)“ erreicht worden. Dies bedeutet, dass die Lösung nicht nur im Labor funktioniert, sondern sich bereits unter realistischen Bedingungen bewährt habe.
Ein zentrales Merkmal dieser Lösung ist ihr datenschutzkonformes Design: Sensible Unternehmensdaten werden dabei sicher und regelkonform verarbeitet – ein wesentlicher Aspekt für Betriebe im Umgang mit Gefahrenstoffen. „Die Kombination aus KI-Extraktion, Plausibilitätsprüfung und datenschutzkonformer Verarbeitung ist für unsre Kundinnen und Kunden ein echter Gamechanger. DIG:IT-KMU hilft uns, diesen Schritt vom Konzept in die Praxis zu gehen“, so Dr. Dieter Feitsch, Leiter der Softwareentwicklung der GeSI Software GmbH.
Praxisnaher Technologietransfer für den Mittelstand
Das Projekt stehe beispielhaft für den Ansatz von DIG:IT-KMU: Modernste KI-Methoden würden nicht als theoretisches Konzept vermittelt, sondern gemeinsam mit Unternehmen direkt in deren Prozesse überführt. Durch den Einsatz eines umfangreichen, praxiserprobten Datenfundus konnte die korrekte Extraktion relevanter Schlüsselfelder gezielt geprüft werden, ein entscheidender Schritt für die Qualitätssicherung. „Der Anwendungsfall zeigt, wie KI in hochregulierten Bereichen wie dem Arbeitsschutz echten Mehrwert schaffen kann, ohne Abstriche bei Sicherheit und Compliance“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann, der das Projekt DIG:IT-KMU an der THWS leitet.
>_ Vernetzung von Forschung und polizeilicher Praxis: Strategischer Austausch über aktuelle Herausforderungen digitaler Transformation
(V.li): Polizeioberrat Marcus Schmidt sowie die beiden THWS-Professoren Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann und Prof. Dr.-Ing. Andreas Schiffler (Foto: THWS/Markus Wilhelm)
Digitalisierung von Prozessen:
Dies ist eine zentrale Aufgabe moderner Polizeiarbeit. Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann und Prof. Dr.-Ing. Andreas Schiffler von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) haben sich mit Vertretern des Polizeipräsidiums Unterfranken über aktuelle Herausforderungen und mögliche Schnittstellen zur Forschung ausgetauscht. Das Treffen fand im Rahmen des Technologietransferprojekts DIG:IT-KMU statt, das am THWS-Institut für Digital Engineering (IDEE) angesiedelt ist.
Die beiden Projektverantwortlichen tauschten sich mit Polizeipräsident Detlev Tolle und Vizepräsident Holger Baumbach sowie weiteren Vertretern des Präsidiums über die aktuellen Herausforderungen im Hinblick auf digitale Transformation aus. Prof. Dr.-Ing. Schiffler, Leiter des IDEE, und dessen Stellvertreter sowie Projektleiter DIG:IT-KMU Prof. Dr.-Ing. Engelmann, betonten dabei die Bedeutung eines engen Wissensaustauschs zwischen akademischer Forschung und staatlichen Institutionen.
Von der Infrastruktur bis zur künstlichen Intelligenz
Im fachspezifischen Meet & Greet mit Experten aus den IT-Fachbereichen der Polizei erstreckten sich die Themengebiete über das gesamte digitale Spektrum von der Infrastruktur bis zur KI-Applikationsentwicklung. Die Teilnehmenden diskutierten konkrete Ansätze und darüber, wie sich Erkenntnisse aus dem Projekt DIG:IT-KMU einbringen lassen.
„Der Austausch mit dem Polizeipräsidium Unterfranken hat gezeigt, dass die Herausforderungen der Digitalisierung, von der sicheren Infrastruktur bis hin zu KI-basierten Applikationen, über Sektorengrenzen hinweg sehr ähnlich sind“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann.
„Unser Ziel bei DIG:IT-KMU ist es, Methoden für den sicheren Technologietransfer zu entwickeln, die nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im öffentlichen Raum für digitale Souveränität sorgen.“
Prof. Dr.-Ing. Andreas Schiffler ergänzt im Hinblick auf die technische Zusammenarbeit: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Polizei Unterfranken moderne IT-Projekte vorantreibt. Wir sehen zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen unseren Erkenntnissen aus Forschungsprojekten wie DIG:IT-KMU und den polizeilichen Anforderungen.“
Einblicke in die operative Einsatzzentrale
Zum Abschluss gab Polizeidirektor Uwe Sauer Einblicke in die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums. Sie nimmt alle Notrufe entgegen und steuert zentral den Einsatz der Polizeikräfte im gesamten Regierungsbezirk. Die THWS-Projektverantwortlichen betonten, sie freuen sich auf den weiteren Austausch und die zukünftige Zusammenarbeit, um die digitale Transformation in der Region gemeinsam voranzutreiben.
>_ Starker Auftakt für die digitale Zukunft, regionaler Unternehmen
Schweinfurt, 11. November – Mit einem erfolgreichen digitalen Kick-off-Termin ist das neue Technologietransferprojekt „DIG:IT-KMU – Datenintelligenz für KMU“ offiziell gestartet. Das von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) geleitete Projekt unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Mainfranken dabei, ihre oft ungenutzten Datenbestände, insbesondere aus Excel- und PDF-Dokumenten, mithilfe moderner KI-Technologien, Large Language Models (LLMs) und Retrieval-Augmented Generation (RAG) effizienter zu nutzen.
Ziel des Projekts ist es, KMUs aus der Automobilzulieferindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie angrenzenden Branchen in ihrer digitalen Transformation zu unterstützen und ihnen den Zugang zu hochwertigen KI-Methoden zu ermöglichen, die bislang vor allem großen Unternehmen vorbehalten waren. Durch intelligente Datenextraktion, Wissensgraphen, Graph Convolutional Networks (GCNs) und optimierte Empfehlungssysteme sollen Unternehmen künftig schneller Informationen finden, Entscheidungen fundierter treffen und digitale Prozesse effizienter gestalten können.
Projektleitung sieht große Chancen für die Region
„Wir freuen uns sehr über den offiziellen Start von DIG:IT-KMU. Das enorme Interesse zeigt, wie wichtig die Themen Datenintelligenz und KI-gestützte Informationsnutzung für KMU geworden sind. Gemeinsam mit unseren Unternehmenspartnern wollen wir echte, praxisnahe Innovationen in die Betriebe bringen.“ – Prof. Dr. Ing. Andreas Schiffler, Projektleitung THWS
Beim Kick-off nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichsten Branchen teil, unteranderem aus dem Maschinen- und Anlagenbau, IT-Dienstleistung, Stahlbau oder 3D-Druck. Die Vielfalt unterstreicht die breite Relevanz des Projekts und die gemeinsame Herausforderung, aus Dokumentenwissen echten digitalen Mehrwert zu schaffen.
„Dass dieses Projekt gefördert wird, ist eine großartige Nachricht für unsere Region. Wir können damit gezielt KMU unterstützen, die vor großen zukünftigen Herausforderungen stehen – und ihnen helfen, resilienter und digital souveräner zu werden.“ – Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann, Projektleitung THWS
Förderung und Projektsumme
Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Bayern 2021-2027 mit insgesamt 975.130 € gefördert, kofinanziert von der europäischen Union.
Unternehmen können weiterhin teilnehmen
Weitere interessierte Unternehmen aus der Region können sich dem Projekt jederzeit anschließen und eigene Anwendungsfälle einbringen. Hierzu einfach Kontakt aufnehmen.